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Fanorona

Madagassisches Fangspiel für zwei Personen an einem Gerät auf einem 5×9-Punkteraster — Schlagen durch Annäherung oder Abzug einer ganzen Steinreihe, mit freiwilligem Kettenschlag.

Weiß am Zug
Schwarz: 22 Weiß: 22

Regeln & Bedienung

Ziel. Alle Steine der Gegenseite schlagen.

Zug (paika). Ein Stein zieht einen Schritt entlang einer Linie zu einem freien Nachbarpunkt. Weiß beginnt.

Schlagen. Beim Ziehen wird — je nach Richtung — entweder durch Annäherung (ein gegnerischer Stein liegt in Zugrichtung hinter dem Zielfeld) oder durch Abzug (ein gegnerischer Stein liegt in Gegenrichtung hinter dem Ausgangsfeld) eine ganze ununterbrochene Reihe gegnerischer Steine gefangen. Ermöglicht ein Zug beides gleichzeitig, wird gefragt, welche Variante gilt.

Schlagzwang. Ist irgendein Schlag möglich, ist ein nicht schlagender Zug nicht erlaubt.

Kettenschlag, freiwillig. Nach einem Schlag darf derselbe Stein weiterschlagen — muss aber nicht. Kein erneuter Besuch eines in dieser Kette bereits besuchten Punktes, keine zwei aufeinanderfolgenden Schläge in derselben Richtung.

Bedienung mit der Maus. Eigenen Stein anklicken, dann ein markiertes Zielfeld anklicken; bei doppelter Fangoption erscheint eine Auswahl. „Zug abschließen" beendet eine laufende Kette freiwillig.

Bedienung mit der Tastatur. Pfeiltasten bewegen den Fokus, Enter/Leertaste wählt/zieht. N neue Partie, U Zug zurück.

Zwei-Personen-Spiel an einem Gerät (Hotseat) — kein Computergegner. Regelprofil fanorona-sivy-v1, begründet im Fanorona-Konzept. Der Spielstand liegt nur lokal in deinem Browser.

Herkunft & Regelfamilien

Fanorona ist ein indigenes madagassisches Fangspiel. Eine Überlieferung verknüpft es mit der Thronfolge König Ralambos: Prinz Andriantompokoindrindra war beim Eintreffen des königlichen Boten so in eine schwierige telo noho dimy („drei gegen fünf")-Stellung vertieft, dass sein jüngerer Bruder Andrianjaka zuerst zurückkehrte und den Thron erbte.

Dieses Spiel implementiert Fanoron-Sivy, die auf einem 9×5-Brett gespielte und populärste der drei überlieferten Varianten (neben dem kleineren Fanoron-Telo und Fanoron-Dimy). Das Diagonalmuster des Bretts folgt demselben Rauten-Konstruktionsprinzip wie beim bereits umgesetzten Bagh-Chal und Alquerque — hier als „tetrakis square tiling" mathematisch exakt benannt. Seit 2007/2008 gilt Fanorona als schwach gelöst: Bestplay führt nachweislich zu einem Unentschieden.

Vollständige Herleitung, Quellen und offene Forschungsfragen: FANORONA_CONCEPT.md.

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